
Die schwarzen Blüten von Gerold Tusch sind mit ihrer prallen Dichte Entgegnungen auf historischen Stuck und spielerischen Zierrat. Gemeinsam mit zwei großen prunkvollen Repräsentationsvasen thematisieren Sie die obsessive Lust am Dekor ebenso wie dessen Funktion.
Die barocke Freude am »jeu de mots« – dem Wortspiel findet sich in den Werktiteln bei Gerold Tusch wieder. Die Blütenformen an der Wand heißen »Mauer-Blümchen« und sind ebenso wie die Vasenobjekte »Pad & Paddy« (padded = engl. für gepolstert) mit üppigen roten Samtpolstern ergänzt.
Die Arbeit »Grott-eske« vereint Elemente aus dem bildhaften barocken Zitatenschatz. Phantasievolles Gitterwerk aus zarten Holzlatten verbindet sich an der Wand mit keramischen Schalen. Innen mit Samt gepolstert, bevölkert seltsames Getier diese Grotten. Kleines, vieldeutiges Formengut besiedelt die Höhlen, – hautfarben, lasziv und organisch anmutend.
Formale Zitate und Übersetzungen, mehrfache Bedeutungen und die überlegten Titel verbinden sich bei Gerold Tusch zu spielerischen und doch bedachten Werkstrukturen.